Asset Allocation bei ETFs

Die prozentuale Aufteilung deines ETF-Portfolios in die verschiedenen Asset- und Unterassetklassen wird im englischen als Asset Allocation (Vermögenaufteilung) bezeichnet. Das bedeutet nichts anderes als passende ETFs auszusuchen und deren Gewichtung in deinem Portfolio zu bestimmen. Die Gewichtung hängt maßgeblich von deiner Risikobereitschaft sowie Renditeerwartung ab. 

Ein einfaches Beispiel wäre 70 % deines Vermögens in Aktien und 30 % in Anleihen zu investieren.

Asset Allocation des Allwetter-Portfolio nach Ray Dalio

Warum es sinnvoll ist, dein Portfolio über mehrere Assetklassen zu diversifizieren, kannst du im Kapitel Diversifikation im Detail nachlesen. Im Grunde geht es darum „Nicht alle Eier in einen Korb“ zu legen. Denn die Wahrscheinlichkeit sein Geld zu verlieren, ist höher wenn es lediglich an einem „Ort“ liegt und nicht über mehrere verteilt ist.

Für einen Investor bedeutet dies, sein Geld über mehrere Assetklassen (Aktien, Anleihen, Immobilien und Rohstoffe) zu streuenBei Aktien kann man über verschieden Weltregionen, entwickelte LänderSchwellenländer sowie großen und kleinen Unternehmen diversifizieren. Bei Anleihen hat ein Investor die Optionen zwischen kurz- oder langfristige AnleihenStaats- und Unternehmensanleihen, oder Investmentgrade-Anleihen (Anleihen mit einem guten Rating) oder Junkbonds (Anleihen mit einem schlechten Rating). 

Grundlagen der Asset Allocation bei ETFs

Die Aufteilung deines ETF-Portfolios in die verschiedenen Assetklassen ist eine der wichtigsten Investmententscheidungen.  Um die passende Portfolioaufteilung für dich zu helfen dir folgenden drei Fragen:

  • Was sind meine Investmentziele?
  • Wie lange ist mein Anlagezeitraum?
  • Wie hoch ist meine Risikotoleranz?
Was sind deine Investmentziele? 

Wie risikoreich dein Portfolio ist, hängt von deinen Investmentzielen ab. Wenn du z.B. für einen Urlaub oder eine bestimmte Investition sparst, die du in einigen Jahren tätigen musst, ist es sinnvoller dein Geld in sicheren Investments wie z.B. Tagesgeld oder verzinste Wertpapiere bei der Bank zu investieren. Wenn du hingegen langfristig ein Vermögen aufbauen, für die Rente sparen oder passives Einkommen generieren willst, ist es sinnvoll ein ETF-Portfolio aufzubauen. 

Wie lange ist dein Anlagezeitraum?

Der Anlagezeitraum ist der Zeitraum, in dem du Geld in dein Portfolio investierst, ohne es wieder auszuzahlen. Wenn dein verbleibender Zeitraum kurz ist, solltest du ein konservatives Portfolio (geringer Aktienanteil) wählen, dessen Rendite weniger schwankt. Wenn dein Investitionszeitraum länger ist, kannst du aggressivere Strategien (höherer Aktienanteil) verfolgen.

Wie hoch ist deine Risikotoleranz?

Jeder Mensch hat andere emotionale Reaktionen auf plötzliche negative Veränderungen seines Portfolios. Manche haben Probleme nachts zu schlafen, während andere unberührt von Marktfluktuationen sind und nicht den Drang verspüren Teile des Portfolios zu verkaufen. Viele Experten empfehlen eine Buy and Hold-Strategie. Das heiißt, du kaufst ETFs und hältst an deinem Portfolio fest, unabhängig davon wie sich der Markt entwickelt.

Prinzipien der Asset Allocation

Folgende Prinzipien helfen dir dein Portfolio zusammen zu stellen, bzw. zu bestimmen welche Musterportfolien für dich geeignet sind:

  • Risiko und Rendite sind voneinander abhängig. 
  • Das tatsächliche Risiko in Aktien oder Anleihen zu investieren, hängt vom Anlagezeitraum ab. 
  • Unterscheide zwischen deiner Einstellung zum Risiko und deinen Möglichkeiten Risiken einzugehen 
Risiko und Rendite sind voneinander abhängig

Du kannst deine Rendite nur erhöhen, indem du höhere Risiken eingehst (Risiko wird anhand der Volatilität bestimmt und ist hier im Detail erklärt).  Schaut man sich die durchschnittlichen historischen Renditen US-Amerikanischer Aktien und Anleihen von 1926-2017 und den Risikoindex an, ist dies auf einen Blick erkennbar.

Jährliche Rendite der gängigen Assetklassen von 1926 - 2017 (Quelle: Ibbotson Associates)
Durchschnittliche jährliche RenditeRisiko Index (Volatilität der Rendite von Jahr zu Jahr)
Aktien kleiner Unternehmen12,1 %31,7 %
Aktien großer Unternehmen10,2 %19,8 %
Langlaufende Staatsanleihen5,5 %9,9 %
Kurzlaufende Staatsanleihen3,4 %3,1 %

Aktien kleiner Unternehmen haben historisch gesehen die beste Rendite erwirtschaftet, jedoch war diese von Jahr zu Jahr stark schwankend. In 3 von 10 Jahren war die Rendite negativ. Kurzfristige Staatsanleihen hingegen haben die geringste Rendite erwirtschaftet. Dafür war das Risiko Verluste zu erleiden sehr gering, da die Schwankung der Rendite sehr gering ist. Seit 1970 liegt die Rendite großer Aktienunternehmen bei ca. 8%. Im Gegensatz dazu haben kurzfristige Staatsanleihen die geringste Rendite, jedoch auch das geringste Risiko Verluste zu erleiden. 

Anlagezeitraum

Der Zeitraum, wie lange du investiert bleiben kannst, entscheidet maßgeblich wieviel Risiko du eingehen solltest. Dies hat folgende Gründe: 

Langlaufende US-Staatsanleihen haben über einen Zeitraum von 90 Jahren durchschnittlich 5,5% Rendite pro Jahr erzielt. Der Risikoindex zeigt, dass die Rendite jedoch schwankt und in einzelnen Jahren negativ ist. Falls du die Anleihen jedoch nicht verkaufst, ist dies kein Problem, denn du bekommst immer die garantierte Verzinsung. Wenn du jedoch gezwungen bist zu verkaufen, kannst du Verluste erleiden, falls der allgemeine Zinssatz steigt. Um sich an das aktuelle Preisniveau anzupassen sinken nämlich die Anleihenkurse. 

Das Risiko in Aktien zu investieren, nimmt ab je länger der Anlagezeitraum ist. Investoren, die an ihren Aktien bzw. ETFs über einen längeren Zeitraum festgehalten haben, konnten große Teile des Risikos verringern. Viele Experten raten daher eine einfache Buy and HoldStrategie zu verfolgen. 

Folgende Abbildung zeigt die Schwankung von der durchschnittlichen Rendite abhängig von der Haltedauer.

Historische Rendite von Stammaktien

Mit einem breit diversifizierten Aktienportfolio auf einen Index wie z.B. dem S&P 500, hätte ein Anleger zwischen 1950 und 2017 eine durchschnittliche Rendite von ca. 10% erzielt. Jedoch ist diese Rendite in einzelnen Jahren sehr volatil. Die jährliche Spanne reicht von + 52% bis –37%. 

Je länger der Anlagezeitraum, desto geringer wird die Wahrscheinlichkeit Verluste zu erleiden. Ab einer Haltedauer von 10 Jahren ist die Wahrscheinlichkeit Verluste zu erleiden sehr gering und mit 15 Jahren hat ein Investor historisch gesehen keine Verluste erlitten. In der besten 15-jährigen Periode hätte er 17,9% Rendite und in der Schlechtesten 4,2% Rendite pro Jahr erzielt. 

Einstellung zum Risiko

Als Investor musst dir neben deiner Risikotoleranz auch stets über deine allgemeine finanzielle Situation bewusst sein. Diese bestimmt maßgeblich wieviel Risiko du eingehen kannst.  

Deine finanzielle Situation hängt überwiegend von deinem Einkommen abseits von Kapitaleinkünften aus deinem Investmentportfolio sowie deinem Alter ab. Ein Rentner, der von seinen Kapitaleinkünften lebt, kann z.B. weniger Risiken eingehen, da er von diesem Einkommen abhängig ist. Der Aktienanteil seines Portfolios sollte daher geringer sein. Ein Berufseinsteiger hingegen, der nicht von seinen Kapitaleinkünften abhängig ist und noch einen langen Anlagezeitraum vor sich hat, kann höhere Risiken (also einen hohen Aktienanteil) eingehen. 

Fazit zur Asset Allocation

Wie du siehst, hängt der Aufbau deines Portfolios von verschiedensten Faktoren ab. Die Haupteinflussfaktoren bestehen dabei aus deinen Investmentzielen, dem Anlagezeitraum und deiner persönlichen Risikotoleranz.

Aufgrund der genannten Faktoren und der Vielzahl an ETFs, ist es nicht ganz einfach ist, sich eigenständig ein Portfolio aufzubauen. Daher zeigen wir dir im Kapital Musterportfolios, ausgewählte Portfolios von bekannten Experten.