Welche Vorteile hat ein ETF?

Geringe Kosten, Risikostreuung und Flexibilität – ETFs bieten eine Reihe an Vorteilen gegenüber anderen Anlageformen und sollten daher in den Mittelpunkt deiner Anlagestrategie gestellt werden. ETFs verbinden die Vorteile einer Einzelaktie mit den Vorteilen eines Fonds, der das Risiko streut.

ETFs erfreuen sich sowohl bei privaten als auch bei institutionellen Anbietern an immer größerer Beliebtheit. So hat das weltweit verwaltete Vermögen in ETFs 2015 noch 2.898 Mrd. US-Dollar betragen, während im Jahr 2019 bereits 6.181 Mrd. US-Dollar in ETFs angelegt wurden. Anleger haben also erkannt, dass ETFs im Gegensatz zu aktiven Fonds oder Investments in Einzelaktien in keinem Anlageportfolio fehlen sollten. 

Geringe Kosten eines ETFs

Kostenstruktur eines ETFs

Die einfach zu durchschauende und geringe Kostenstruktur von ETFs ist deren größter VorteilIm Gegensatz zu klassischen Investmentfonds verzichten ETFs auf aktives Management, weshalb die Verwaltungsgebühren sehr niedrig gehalten werden können. Um einen Index wie beispielsweise den DAX nachzubilden, braucht es weder aufwändige Analysen zu einzelnen Werten noch eine hohe Handelsaktivität. Erkennbar werden die geringen Kosten an der Gesamtkostenquote (engl.: Total Expense Ratio/ TER), welche bei einem ETF auf den bekannten Index MSCI World beispielsweise nur 0,2% pro Jahr betragen.   

Kein Ausgabeaufschlag

Zusätzlich entfällt bei ETFs im Gegensatz zu aktiven Investmentfonds der Ausgabeaufschlag (meist ca. 5%). Das bedeutet, dass du dich beim Erwerb von ETF-Anteilen nicht wie bei aktiven Fonds in den Fonds “einkaufen” musst. ETFs gehören damit zu den kostengünstigsten Anlageinstrumenten und sollten daher den größten Teil deines Portfolios ausmachen. 

Geringe Handelskosten eines ETFs

Durch den wachsenden Markt an ETFs und Online-Brokern, gibt es immer wieder Aktionsangebote für ETFs oder ETF-Sparpläne, bei denen die Ordergebühren verringert werden oder entfallen. Diese kannst du nutzen, um deine Rendite zusätzlich zu erhöhen. 

Kalkulierbares Risiko von ETFs

Breite Risikostreuung von ETFs

ETFs bieten die Möglichkeit, das Risiko deines Portfolios breit zu streuen. So ist es möglich in verschiedene Asset-Klassen, Märkte und eine große Anzahl von Wertpapieren, die von einem Index abgebildet werdenzu investieren. Durch den Kauf eines ETFs können Privatanleger ganz einfach in Hunderte oder Tausende Wertpapiere investieren und erhalten damit ein breit gestreutes Portfolio. Dies führt zu einer ausgeglichenen Vermögensverteilung und verhindert das Klumpenrisiko, also die Konzentration auf einzelne Titel mit höherem Risiko des Verlusts. 

Flexibilität und Einfachheit von ETFs

Hohe Flexibilität von ETFs

ETFs sind wie Aktien ganz einfach über einen Online-Broker zu kaufen. Im Gegensatz zu klassischen Fonds kannst du das während der üblichen Börsenöffnungszeiten machen wann du willst. Mittlerweile gibt es auch mobile Apps, die dir den Kauf und Verkauf, sowie die Verwaltung deiner ETF-Sparpläne nochmals erleichtern. Durch die transparente Kostenstruktur ist es zudem einfach, die verschiedenen Angebote der Online-Broker sowie der jeweiligen ETFs auf einen Index zu vergleichen. 

Einfacher Vermögensaufbau durch ETFs

Auch der Aufbau und die Verwaltung eines ETF-Portfolios sind sehr einfach. So musst du weder eine große Anzahl von Aktienkursen und Unternehmen analysieren, noch die Besteuerung und Wiederanlage von Dividenden für jeden einzelnen Wert beachten. Der ETF bündelt mehrere Einzelwerte und vereinfacht damit den Prozess enorm. Die Dividenden und Kuponzahlungen werden je nach Art des ETFs entweder ausgeschüttet oder automatisch reinvestiert. 

Transparenz und Sicherheit von ETFs

Transparentes Investment mit ETFs

Bei ETFs kann die genaue Fondszusammensetzung im Gegensatz zu klassischen Investmentfonds täglich eingesehen werden, was die Transparenz deiner Anlage deutlich erhöht. Zudem ist dir durch die Abbildung eines Indexes durch den ETF die Anlagestrategie des Fonds jederzeit bekannt. Aktive Fonds verfolgen hingegen meist eine vom Fondsmanager abhängige Anlagestrategie. Diese wird nicht transparent kommuniziert, weil sie dadurch versuchen besser als der Markt zu performen, was ihnen aber meist nicht gelingt. 

Hohe Sicherheit von ETFs

Das Fehlen eines aktiven Managements bei ETFs erhöht die Sicherheit deiner Anlage. Durch die passive Abbildung eines Indexes können keine falschen oder persönlich beeinflussten Entscheidungen von Fondsmanagern gemacht werden.

ETFs als Sondervermögen

Ein weiterer Vorteil der Anlage in ETFs ist die Behandlung als Sondervermögen. Das bedeutet, dass dein Geld als Anleger vom Betriebsvermögen des ETF-Anbieters getrennt ist. Bei Insolvenz des Anbieters wird dein Vermögen also nicht Teil der Konkursmasse. Ähnliches gilt auch für Online-Broker mit Banklizenz, die durch die gesetzliche deutsche Einlagensicherung einen Betrag von 100.000€ pro Anleger abgesichert sind.

Wann sollte man nicht in ETFs investieren? Nachteile von ETFs

Spekulieren mit ETFs

ETFs eignen sich hervorragend für den langfristigen Vermögensaufbau, z.B. als Teil der Altersvorsorge. Zwar kann man ETFs auch zum Spekulieren verwenden, um kurzfristig Rendite zu erwirtschaften, allerdings erhöhen sich durch häufiges Handeln auch die Kosten. Dies widerspricht dem Ansatz von passivem Investieren mit einer Buy-and-Hold-Strategie. 

Bargeld statt ETFs

Wenn du Bargeld halten möchtest, lohnt es sich meist nicht in einen Geldmarkt-ETF zu investieren. Du kannst dir die Tradingkosten sparen und das Geld auf einem Tagesgeldkonto anlegen. 

ETFs und Risiko

Solltest du Risiko bei deiner Geldanlage absolut vermeiden wollen, ist eine Anlage in ETFs, die beispielsweise auf einem Aktienindex basieren, nicht zu empfehlen. Bei absolut risikoloser Anlage, solltest du dein Geld auf einem Festgeldkonto, einem Sparbuch oder einem Tagesgeldkonto platzieren. Bedenke dabei aber auch, dass sich dein Vermögen bei einer Niedrigzinsphase wie in den letzten Jahren durch die Inflation verringert.