Die wichtigsten Begriffe rund um ETFs

Wenn du dich mit dem Thema ETFs beschäftigst, wirst du über allerhand Begriffe stolpern, die dir auf den ersten Blick möglicherweise nichts sagen. Dafür haben wir dir eine Übersicht an Begriffen rund um das Thema ETFs und passives Investieren erstellt.

Aktienfonds  

Mit einer Aktie kaufst du dir ein “Stück” eines Unternehmens, du wirst somit Aktionär. Ein Aktienfonds ist ein Portfolio an Aktien, also wie ein Korb voller Aktien. Dabei wählst du nicht selbst die Aktien in diesem Korb aus. Diese werden stattdessen bei aktiven Fonds von einem Fondsmanager ausgewählt bzw. bei passiven Fonds wie ETFs über einen Index abgebildet. Je nach Fondsstrategie bzw. Index, können die Aktien dabei aus unterschiedlichen Regionen, Branchen oder Risikoklassen stammen. 

Anlageklasse  

Anlageklassen sind Gruppen von Wertpapieren, die unterschiedliche Risikomerkmale aufweisen. Für den Aufbau eines risikodiversifizierten Portfolios unterscheiden wir in vier Hauptanlageklasse: Aktien, Anleihen, Immobilien und Edelmetalle. Jede Anlageklasse hat unterschiedliche Merkmale in Bezug auf Risiko, Ertrag und Wertentwicklung bei verschiedenen Marktbedingungen. 

Asset Allocation  

Die Asset Allocation (dt.: Vermögensaufteilung) ist die Aufteilung deines Geldes in unterschiedliche Anlageklassen. Du triffst bei einem strukturierten Vermögens- und Portfolioaufbau also zu Beginn die Entscheidung, welchen Prozentsatz deines Kapitals du in welche Anlageklasse investieren möchtest. Bei einem ausgewogenen Portfolio werden verschiedene Anlageklasse gemischt, um das Risiko bei ähnlicher Rendite zu reduzieren. 

Ausschüttender Fonds  

Ein ausschüttender Fonds schüttet seine Erträge in regelmäßigen Abständen an seine Anleger aus. Erträge setzen sich je nach Art des Fonds aus Dividenden (bei Aktienfonds), Zinsen (bei Anleihenfonds) oder Mieteinnahmen (bei Immobilienfonds) zusammen. Eine Ausschüttung hat den Rückgang eines Fondspreise zur Folge, da diese dem Fondsvermögen entnommen wird. 

Beta  

Das Beta ist eine Kennziffer zur Betrachtung eines Investments im Vergleich zu einem Benchmark, also zum Beispiel einem Marktindex. Das Beta misst die Empfindlichkeit eines Kurses im Vergleich zu Kursveränderungen der Benchmark. Bei einem Beta <0 verhält sich der Kurs eines Investments in gegengesetzter Richtung zum Markt. Bei einem Beta zwischen 0 und 1 ist die Kursveränderung deines Investments geringer als die des Marktes, das heißt, es ist weniger volatil. Ein Beta über 1 sagt aus, dass die Kursveränderung deines Investments im Durchschnitt höher ist als die Veränderung der Benchmark. Das Beta wird daher vor allem bei der Risikoanalyse eines Investments genutzt. 

Börsenkapitalisierung  

Die Börsenkapitalisierung drückt den Wert eines börsennotierten Unternehmens aus. Dieser wird berechnet indem man den Börsenkurs einer Aktie mit der Anzahl der umlaufenden Aktien des Unternehmens multipliziert. Der subjektive Unternehmenswert kann von der Börsenkapitalisierung stark abweichen, da die Marktteilnehmer das Unternehmen und damit dessen Aktien beispielsweise aufgrund von zukünftig erwartbaren Gewinnen bewerten. Die Börsenkapitalisierung dient zudem zur Einbeziehung und Gewichtung eines Unternehmens in einem Index. 

Core-ETF 

Solltest du deine Anlage in ETFs tätigen, hast du bestimmt bereits einen iShares “Core”-ETF, wie den iShares Core MSCI World ETF gesehen. Das Core im Namen deutet auf eine kleine Besonderheit hin: iShares hat eine Reihe von Core-ETFs aufgelegt, die besonders geringe Gebühren aufweisen. Die Indizes dieser Fonds (z.B. MSCI World oder S&P 500) sind in Europa besonders stark nachgefragt und werden daher zur Expansion von iShares zu einer besonders niedrigen Gesamtkostenquote (TER) angeboten. 

Diversifikation  

Beim Aufbau eines Investmentportfolios spricht man häufig von der sog. Risikodiversifikation. Darunter versteht man in der Regel die Streuung des Risikos. Dabei kann auf verschiedene Arten diversifiziert werden. Das heißt, das Risiko kann zum Beispiel auf verschiedene Anlageklassen wie Aktien oder Anleihen aber auch auf verschiedene Märkte wie die USA oder Asien verteilt werden. Ziel der Diversifikation ist es, das Gesamtrisiko eines Portfolios zu senken. 

Dividende  

Unternehmen schütten meist einen Teil ihres Gewinnes an ihre Aktionäre aus. Indem du Aktien eines Unternehmens hältst, das Dividenden ausbezahlt, kannst du davon profitieren. Die Aktiendividenden sind stark abhängig von der Performance und dem Gewinn des Unternehmens; sie sind also stark erfolgsabhängig. Die Höhe der Dividende ist von Unternehmen zu Unternehmen und von Jahr zu Jahr verschieden. 

Duration  

Den Begriff Duration findest du auf jedem Factsheet eines Anleihen-ETFs. Die Duration einer eines Anleihen-ETFs beschreibt, um wieviel Prozender Fonds fällt, wenn das Rentenniveau um ein Prozent steigt. Mit einer höheren Duration gehen daher stärkere Kursschwankungen einher.  

Emittent  

Das Wort Emittent lässt sich mit dem Begriff Herausgeber gleichsetzen. Ein Emittent kann zum Beispiel eine Bank, ein Fondsanbieter oder Staat sein. Der Emittent eines ETFs ist zum Beispiel ein Fondsanbieter wie iShares oder Vanguard. 

ETC  

ETC ist die Abkürzung für Exchange-traded Commodities. Es handelt sich dabei um börsengehandelte Wertpapiere, durch die Anleger in Rohstoffe (engl.: commodities) investieren können. ETCs werden wie ETFs an der Börse gehandelt und bieten dieselben Vorteile wie beispielsweise eine breite Risikostreuung. ETCs eignen sich als Beimischung für ein diversifiziertes Portfolio an passiven Fonds. 

Factsheet 

Factsheets stellen beim Kauf eines ETFs eine wichtige Entscheidungsgrundlage dar. Auf zwei bis drei Seiten fasst der ETF-Anbieter die wichtigsten Informationen zusammen. Die Factsheets können sich von Anbieter zu Anbieter unterscheiden, da deren Inhalte nicht gesetzlich reguliert sind. Das Factsheet eines ETFs findest du bei dem ETF-Anbieter oder in verschiedenen ETF-Datenbanken. Es beinhaltet zum Beispiel Informationen über die Top-Investmentpositionen des Fonds, dessen Wertentwicklung über die letzten Jahre und über die Anlagestrategie. 

Fristigkeit  

Die Fristigkeit bei Anleihen-ETFs gibt die durchschnittliche Restlaufzeit aller Anleihen, die der ETF enthält, an. Diese hat Auswirkungen auf die Rendite sowie auf die Veränderungen des Kurses, sollte sich das Zinsniveau ändern. 

Gesamtkostenquote (TER)  

Die Gesamtkostenquote (engl.: Total Expense Ratio) gibt die laufenden jährlichen Kosten eines ETFs an und kann auf dem Factsheet gefunden werdenSie beinhaltet die Verwaltungsgebühren (z.B. für Portfoliomanagement), Depotbankgebühren für die Wertpapiere, die der ETF hält, sowie Lizenz- und Vertriebsgebühren. Die Gesamtkostenquote eines ETFs ist im Gegensatz zu aktiv gemanagten Fonds sehr gering und damit ein Hauptvorteil des Investierens in ETFs. 

Index  

Ein Index fasst die Entwicklung der Kurse und Werte von Aktien in einem bestimmten Bereich zusammen. Ein Index gibt daher Informationen über die Gesamtverfassung eines Marktes oder Marktsegments. Die Auswahl sowie die Gewichtung der enthaltenen Aktienpositionen findet nach der Marktkapitalisierung und dem Börsenumsatz statt. 

Dabei wird zwischen einem Kursindex und einem Performanceindex unterschieden. Ein Kursindex gibt den Stand der Kurswerte der Aktien wieder. Bei einem Performanceindex werden zusätzlich Dividenden und Bezugsrechte mit einbezogen. Ein bekannter Index ist der Deutsche Aktienindex (DAX), der die Entwicklung der 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland abbildet. 

ISIN / WKN 

Die ISIN (engl.: International Securities Identification Number) und die Wertpapierkennnummer dienen der eindeutigen Identifizierung eines Wertpapiers. Die WKN ist das deutsche Äquivalent der international anerkannten ISIN und wird daher zunehmend abgelöst. Die ersten beiden Stellen der ISIN deuten auf das jeweilige Herkunftsland hin; so steht DE beispielsweise für Deutschland und LU für Luxemburg. 

Koupon 

Auf dem Factsheet eines Anleihen-ETFs wirst du Infos zum durchschnittlichen Koupon der enthaltenen Anleihen finden. Der Koupon ist ein fester oder variabler Zinssatz einer Anleihe, den der Anleger während der Laufzeit der Anleihe auf seinen Anlagebetrag erhält. Die Höhe des Koupons ist unter anderem abhängig von der Bonität des Unternehmens und dem allgemeinem Zinsniveau. Die Höhe des Zinssatzes ist jedoch nicht mit der tatsächlichen Rendite eines Investments in eine Anleihe zu verwechseln. Dazu muss zusätzlich der Kursgewinn oder –verlust mit in Betracht gezogen werden. 

MSCI World Index 

Wenn du dich mit dem Thema ETF beschäftigst, wirst du häufig über den Begriff MSCI World stolpern. Der MSCI World Index ist einer der bekanntesten Aktienindizes, der die Wertentwicklung von über 1.600 Unternehmen aus 23 Industrieländern abbildet. Der MSCI World spiegelt rund 85 Prozent der Marktkapitalisierung von Unternehmen aus Industrieländern wider. Unternehmen aus den USA sind mit über 60 Prozent am stärksten gewichtet. Durch ein Investment in einen ETF, der den MSCI World Index abbildetsicherst du dir eine breite Risikostreuung über verschiedene Branchen und Regionen. Neben den Kursgewinnen kannst du zusätzlich von den ausgeschütteten Dividenden profitieren. 

Rebalancing  

Wenn du dir ein Portfolio an ETFs ausgewählt hast, ist das Rebalancing eine Taktik, um das Gleichgewicht deines Portfolios sicherzustellen. Sie wird von vielen ETF-Experten empfohlen und ist eng mit dem Buy and Hold-Ansatz verbunden. Dabei ist der Grundgedanke, zu Beginn eine Asset Allocation festzulegen, die über Jahre hinweg verfolgt wird. Da die einzelnen ETFs sich unterschiedlich entwickeln (i.d.R. steigen zum Beispiel die Kurse von Aktien-ETFs stärker als die von Anleihen-ETFs), solltest du die anfangs festgelegte Vermögensaufteilung in einem regelmäßigen Abstand (meist jährlich) wiederherstellen. Dies dient hauptsächlich dazu, das Risiko-Rendite-Profil deines Portfolios wieder auf das ursprüngliche Niveau zu bringen. 

Replikationsmethode 

ETFs haben das Ziel einen Index so genau und kostengünstig wie möglich abzubilden. Für die Nachbildung von Indizes haben die ETF-Anbieter drei Möglichkeitendie physische Replikation, das physische Sampling und die synthetische Replikation. Bei der physischen Replikation wird der Index 1:1 im ETF nachgebildet. Beim physischen Sampling enthält der ETF eine Auswahl an Indextiteln. Damit wird versucht, den Index möglichst genau abzubilden ohne alle Werte selbst zu halten um Kosten zu sparen. Die synthetische Replikationsmethode ist swap-basiert. Das heißt, die Indexnachbildung findet über ein Tauschgeschäft (Swap) statt. 

Sparplanfähig 

Zusätzlich zu einer Einmalanlage eignen sich ETFs auch besonders gut um langfristig Vermögen, z.B. als Altersvorsorge aufzubauen. Dies kannst du über Sparpläne machen, bei denen du regelmäßig (meist monatlich) einen festgelegten Betrag in ETFs investierst. Dabei profitierst du vom sog. Cost-Average-Effekt. Sind die Kurse des ETFs niedrig, erhältst du mit einer festgelegten Sparrate einen großen Bruchteil des ETFs. Sind die Kurse hoch, kaufst du weniger Anteile des ETFs. Auf lange Sicht profitierst du dadurch von einem günstigeren Kaufpreis als bei einer Einmalanlage. 

Thesaurierender Fonds

ETFs lassen sich in ihrer Gewinnverwendung (z.B. aus Aktiendividenden oder Anleihenzinsen) in zwei Kategorien unterscheiden: Ausschüttend oder thesaurierend. Im Gegensatz zu ausschüttenden ETFs, legen thesaurierende ETFs das erwirtschaftete Geld wieder an. Das Fondsvermögen erhöht sich demnach um die zugeflossenen Erträge. Dies hat den Vorteil, dass du das Geld nicht gesondert reinvestieren musst, sondern deine Erträge direkt wieder durch den ETF investiert werden. 

Tickersymbol 

Falls du dein ETF Portfolio mit Hilfe einer Software wie Portfolio Performance verwaltest, benötigst du zur Anlage der ETFs in dem Programm das sog. Tickersymbol. Dies ist eine Abkürzung zur Bezeichnung eines börsennotierten Unternehmens und besteht aus 1-4 Buchstaben. Das Tickersymbol des iShares Core MSCI World ETFs lautet beispielsweise EUNL.