Sind (ETF-) Anleihen sinnvoll?

Kurz zusammengefasst:

  • Anleihen sind mit einem Kredit vergleichbar und werden von Staaten und Unternehmen ausgegeben. Anleihenkäufer bekommen während der Laufzeit Zinszahlungen und am Ende der Laufzeit ihr eingesetztes Geld zurück.
  • Es gibt Anleihen mit gutem Rating – investmentgrade Anleihen – sowie Anleihen mit schlechtem Rating – Junk Bonds (Schrottanleihen) – Je besser das Rating desto geringer ist die Rendite.
  • Anleihen sind insbesondere als Risikoarmer Anteil im Portfolio sinnvoll. Darüber hinaus können Anleihen vor Kaufkraftverlust durch Inflation schützen und ein passives Einkommen generieren.
  • Der Vorteil von ETF-Anleihen Fonds ist insbesondere die breite Diversifikation. Jedoch unterliegen ETF-Anleihen dem Risiko der Kursänderung
  1. Was sind Anleihen?
  2. Welche Risiken gibt es bei Anleihen?
  3. Sind ETF- Anleihen Fonds sinnvoll?
  4. Vor- und Nachteile von ETF-Anleihen
  5. Anleihen ETF-Empfehlung

Was sind Anleihen?

Was sind Anleihen?

Anleihen sind festverzinste Wertpapiere, die mit einem Kredit vergleichbar sind. Da Staaten oder Unternehmen oft hohe Kreditsummen benötigen werden die Kredite gestückelt. Durch die Stückelung können mehrere Investoren Teilbeträge des gesamten Kreditvolumens erwerben.

Käufer einer Anleihe gewähren dem Herausgeber (auch Emittent genannt) also einen Kredit. Wenn ein Anleger Bsp. eine Anleihe mit dem Wert von 1.000 € erwirbt gibt er dem Herausgeber somit einen Kredit von 1.000 €. Am Ende der Laufzeit sind die 1.000 € vollständig an den Anleihekäufer vom Emittenten der Anleihe zurückzuzahlen. Natürlich verleiht der Anleihekäufer nicht umsonst sein Geld und erhält für die Überlassung des Geldes Zinszahlungen.

Wie riskant sind Anleihen?

Die Sicherheit von Anleihen hängt maßgeblich vom Emittenten der Anleihe ab, also von der Leitungsfähigkeit des Staats oder Unternehmens seine Tilgungs- und Zinsverpflichtungen nachzukommen.

Um die Zahlungsfähigkeit zu beurteilen wird oft das Rating von Ratingagenturen zu Hilfe genommen.

Anleihen mit hoher Sicherheit (investmentgrade) reichen von AAA bis BBB. Anleihen mit einem schlechten Rating gelten als risikoreich und werden auch als Junk Bonds bezeichnet.

Je schlechter das Rating des höher ist die Zinsrate (Kupon) einer Anleihe.

Kursrisiko

Anleihen werden wie andere Wertpapiere an der Börse gehandelt. Daher ändert sich der Anleihenkurs in der Abhängigkeit vom Marktzins. Der Marktzins wird insbesondere von den Zentralbanken bestimmt. Darüber hinaus fließen die Erwartungen von Investoren zu politischer und wirtschaftlicher Entwicklung ein.

Wenn der Marktzins steigt fallen die Anleihen Kurse, da Anleger neue Anleihen mit einem höheren Zinssatz (Kupon) erwerben können. Damit Anleger mit der alten Anleihe dieselbe Rendite wie mit einer neuen erzielen muss der Kurs fallen. Wenn ein Anleger eine einzelne Anleihe kauft und diese nicht verkauft ist er vom Kursrisiko nicht betroffen. ETFs werden an der Börse gehandelt. Daher besteht das Kursrisiko bei Anleihen-ETF.

Die Berechnung der Kursänderung ist etwas komplexer und hängt von Faktoren wie der Restlaufzeit ab. Mit diesem Rechner kannst du errechnen wie sich der Anleihenkurs abhängig Marktzins ändert.

Wechselkursrisiko

Wenn Anleihen in Fremdwährungen erworben werden unterstehen die Zinszahlungen und Tilgung dem Wechselkursrisiko, da die Zahlungen in Euro umgetauscht werden müssen. Eine um 3% höhere Verzinsung kann z.B. durch einen um 4% gefallen Wechselkurs kompensiert werden. Wenn der Wechselkurs steigt erhöht sich im Gegenzug die Rendite.

Gründe für Anleihen-ETFs

ETF-Anleihen ermöglichen es mit nur einem Wertpapier in eine Vielzahl von Staats- und/oder Unternehmensanleihen zu investieren und sich somit breit zu diversifizieren. Folgende Gründe sprechen dafür Anleihen in seinem Portfolio zu haben:

  • Risikoarmer Anteil
  • Diversifikation
  • Absicherung gegen Inflation
  • Passives Einkommen

Wie verringern Anleihen das Risiko?

Anleihen können aus zwei Gründen das Risiko deine Portfolios verringern. Zu einem gelten Anleihen als Risikoarmer Anteil im Portfolio, da Sie weniger volatil als Aktien sind. D.h. die durchschnittliche Rendite schwankt weniger als bei Aktien. Allerdings sind die Renditen bei Anleihen daher geringer als bei Aktien.

Zu beachten ist, dass nur Anleihen mit einem guten Rating (Investmentgrade) als sicher gelten.

Zum anderen kann gemäß der modernen Portfoliotheorie von Markowitz das Gesamtrisiko eines Portfolios durch Diversifikation verringert und potenziell eine höhere Rendite erzielt werden. Verantwortlich für diesen Effekt ist, dass sich Anleihen und Aktien nicht gleichläufig und oft gegensätzlich entwickeln. Gemessen wird diese Entwicklung anhand des Korrelationskoeffizient. Daher kann es aus Risikomanagement Sicht sinnvoll sein Anleihen im Portfolio zu haben, da in Krisenzeiten negative Entwicklungen des Aktienportfolios je nach Aktienquote teils abfedern können.

Wie kann man sich mit Anleihen gegen Inflation schützen?

Anlegern, denen Ihr Vermögenserhalt besonders wichtig ist, können sich mit Inflationsgeschützen Anleihen gegen Kaufkraftverluste infolge von Inflation absichern. Im Gegensatz zu klassischen Anleihen mit festgeschriebenen Zinssatz ist der Zinssatz an der Entwicklung eines offiziellen Verbraucherpreisndexes gekoppelt.

Wie baut man mit Anleihen ein passives Einkommen auf?

Durch die Zinszahlungen erhält ein Investor ein regelmäßiges Einkommen. Allerdings sind die Renditen von Anleihen mit gutem Rating (Investmentgrade) aufgrund des momentan niedrigen Zinsniveaus sehr gering. Investoren die Risikobereiter sind können jedoch mit Anleihen mit schlechtem Rating (Junk Bonds) eine auskömmliche Rendite erwirtschaften.

Vor- und Nachteile von Anleihen-ETFs

Vorteile:

  • Risikoärmer als Aktien (investmentgrade Anleihen)
  • Einfach zu kaufen im Vergleich zu Einzelanleihen
  • Hohe Diversifikation
  • Passives Einkommen durch Zinszahlungen

Nachteile:

  • Kursrisiko
  • (teils) geringe Rendite

Vorteile:

Die Volatilität (eine Kennzahl zur Messung der Risikos von Kapitalanlagen) von Anleihen mit gutem Rating ist geringer als bei Aktien. D.h. die durchschnittliche Rendite schwankt weniger als bei Aktien, bei denen höhere Gewinne sowie Verluste möglich sind. Darüber hinaus ist es nach der modernen Portfoliotheorie sinnvoll sein Portfolio über diverse Anlageklassen zu diversifizieren.

Der Kauf einzelner Anleihen gestaltet sich für Privatanleger teils schwierig, da oft Mindestbeträge von mehreren 1.000 € anfallen und die Anleihen über Investmentbanken ausgegeben werden.  Anleihen-ETF hingegen werden an der Börse gehandelt und können somit einfach gekauft und verkauft werden.

Ein Anleihen-ETF bildet einen Index ab und enthält z.B. Staatsanleihen mehrere Länder. Dadurch minderst sich das Emittentenrisiko, da kein Totalverlust entsteht, wenn ein Emittent seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann.

Durch die regelmäßigen Zinszahlungen kann ein Investor mit einem planbaren passiven Einkommen rechnen.

Vorteile:

Die Volatilität (eine Kennzahl zur Messung der Risikos von Kapitalanlagen) von Anleihen mit gutem Rating ist geringer als bei Aktien. D.h. die durchschnittliche Rendite schwankt weniger als bei Aktien, bei denen höhere Gewinne sowie Verluste möglich sind. Darüberhinaus ist es nach der modernen Portfoliotheorie sinnvoll sein Portfolio über diverse Anlageklassen zu diversifizieren.

Einzelne Anleihen zu kaufen ist nicht immer einfach für Privatanleger, da oft höhere Summen veranschlagt werden und Unternehmen die Anleihen über Investmentbanken ausgeben. Anleihen-ETF hingegen werden an der Börse gehandelt und können somit einfach gekauft und verkauft werden.

Ein Anleihen-ETF bildet einen Index ab und enthält z.B. Staatsanleihen mehrere Länder. Dadurch minderst sich das Emittentenrisiko, da kein Totalverlust entsteht, wenn ein Emittent seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann.

Durch die regelmäßigen Zinszahlungen kann ein Investor mit einem planbaren passiven Einkommen rechnen.

Nachteile:

Ein Nachteil von Anleihen-ETF ist das Sie an Börse gehandelt werden. Daher unterstehen Sie einem Kursrisko, da sich der Kurs in Abhängigkeit des Marktzins ändert. Falls die Zinsen steigen fällt der Kurs des Anleihen-ETF. Ein Anleger, der gezwungen ist zu verkaufen würde dann einen Verlust realisieren.

Die Renditen von investmentgrade Anleihen sind aufgrund der aktuellen Niedrigzinsphase sehr gering (oft unter 1%). Teilweise sind die Renditen wie z.B. von kurzlaufenden deutschen Staatsanleihen negativ und erzielen somit eine negative Rendite.